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Private Credit – Eine Branche taumelt

Im Januar haben wir als eines der Top-3-Risiken für das Jahr 2026 die zunehmenden Auswüchse in den unregulierten Kreditmärkten (Private Credit) benannt. Während die Welt weiter auf den Krieg im Iran starrt, ist es Zeit für ein Update, da sich die Lage in den vergangenen Wochen dramatisch verschlechtert hat.

Was ist passiert? Weitere Private-Debt-Fonds mussten ihre Anteilsrücknahmen aussetzen oder limitieren:

  • BlackRock/HPS: Der 26 Mrd. USD schwere HPS Corporate Lending Fund (HLEND) gab am 6. März 2026 bekannt, dass Aktionäre 9,3 % ihrer Anteile zurückgefordert haben. Das Management limitierte die Rückkäufe jedoch auf die üblichen 5 %. Statt 1,2 Mrd. USD flossen nur rund 620 Mio. USD an die Anleger zurück.
  • Blackstone: Das 82-Mrd.-USD-Flaggschiff sah sich ebenfalls hohen Rückforderungen gegenüber und musste 400 Mio. USD an Eigenkapital zuschießen, um das Vertrauen zu stützen.
  • Blue Owl: Hier wurden die Rücknahmen für den 1,7-Mrd.-USD-Retail-Fonds dauerhaft gestoppt. Ein Rettungsversuch via Fusion scheiterte, da dies für Anleger einen sofortigen Papierverlust von 20 % bedeutet hätte.
  • Bereits im Vorjahr gab es mit TriColor und First Brands erste prominente Insolvenzen im Sektor.

 

Die Verbindung: SaaS-Krise trifft Private Credit. Die Krise im SaaS-Segment, das massiv von KI disruptiert wird, „frisst“ sich nun in die Private-Credit-Märkte durch. Viele Private-Equity-Gesellschaften kauften SaaS-Firmen im Glauben, sie seien unantastbare Cashflow-Maschinen. Daraus wird jetzt nichts: Exits sind kaum noch möglich, die Aktienkurse der großen PE-Häuser befinden sich auf Talfahrt.

Das Problem: Die Aufkäufe wurden oft durch Private Credit finanziert. Diese Fonds haben sich für Privatanleger (Retail) geöffnet – unter dem Versprechen „semi-liquider“ Strukturen. Die Realität 2026 zeigt: „Semi-liquide“ bedeutet „liquide, bis es brenzlig wird“ – danach illiquide. 

“Die „goldene Gans“ Software wurde von Private Equity aufgeladen, von Private Credit finanziert und Retail-Investoren wurden als Letzte zur Party eingeladen. Jetzt ist die Party vorbei und die Anleger sind in der Illiquidität gefangen.”

Das systemische Risiko: Verbriefung 2.0. Auch institutionelle Anleger stürmen zu den Notausgängen. Das Risiko wurde aus dem regulierten Bankensektor in den unregulierten Markt verschoben. Private Credit ist heute der Treibstoff für Verbriefungen: Durch das Aufteilen in Risiko-Tranchen (Slices) landet das Risiko bei Versicherungen und Pensionskassen. Viele vermuten, durch Diversifikation weitgehend risikofreie Assets zu halten – ein Irrglaube. Durch die KI-Disruption werden diese Tranchen nun erstmals herabgestuft. Player wie Blackstone oder Blue Owl nutzen zudem eigene Versicherungs-Affiliationen, um ihre Papiere dort „abzuladen“. Es entsteht ein systemischer Klumpen, bei dem der Kreditgeber gleichzeitig der indirekte Garant ist. Ein Muster, das wir aus der Finanzmarktkrise 2008 kennen.

Handlungsimplikationen: Wir wissen nicht, ob sich dies zu einer systemischen Krise ausweitet. Aber für uns gilt immer: 

"Wenn man nicht weiß, wo die Leichen vergraben sind, stellt man zumindest sicher, dass sie nicht im eigenen Garten liegen." 

Wir gehen nach folgendem Muster vor:

  1. Liquiditäts-Realitätscheck: „Semi-liquide“ ist ein Euphemismus. Für private, bilateral ausgehandelte Kredite gibt es keinen Zweitmarkt, der in Wochen liquidiert werden kann. Wir meiden jegliche strukturierte oder semi-liquide Strukturen.
  2. Hebel-Check: Wir meiden Unternehmen mit einer hohen Verschuldung (d.h. mehr als das Vierfache vom EBITDA). Dies gilt sowohl auf der Anleihen- als auch auf der Aktienseite. Gerade im Small-Cap-Segment (z.B. im Russell 2000) befinden sich viele Unternehmen mit sehr schlechter Bilanzqualität. Die unter Liquiditätsdruck stehenden Fonds werden bei Refinanzierungen gnadenlos agieren, und es ist zu befürchten, dass vielen Firmen eine Refinanzierung nicht möglich sein wird.
  3. Flucht in echte Liquidität: In einer Phase fallender „Gates“ (Auszahlungssperren) sind Cash bzw. hochliquide Qualitätstitel mit einer möglichst geringen Verschuldung die einzige Verteidigung.

Der MainSky Macro Allocation Fund beherzigt dies konsequent. Der Fonds hält keine strukturierten Produkte oder semi-liquiden Strukturen, sondern ausschließlich hochliquide Qualitäts-Assets. So wurde das Exposure in High-Yield-Anleihen, einer potenziell anfälligen Asset-Klasse, in der vergangenen Woche deutlich reduziert. Der Fonds bleibt in jeder Marktlage wetterfest aufgestellt und jederzeit handlungsfähig. 

Dr. Eckhard Schulte

Fondsmanager

Seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Jahr 1996 beschäftigt er sich mit makroökonomischen Analysen und den Rentenmärkten.

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