Spätestens mit dem Besitzanspruch Donald Trumps auf Grönland und der jüngsten Eskalation im Konflikt mit Europa ist klar: Mit Putins Einmarsch in der Ukraine, Chinas fortwährenden Ambitionen einer Annektierung Taiwans und dem „Aufräumen“ Trumps auf wirtschaftlich attraktiven Kriegsschauplätzen hat sich die geopolitische Weltordnung, wie wir sie jahrzehntelang kannten, deutlich verändert. Dennoch waren in den vergangenen 12 Monaten bis auf ein paar kleinere Turbulenzen auf den Finanzmärkten keine größeren Verwerfungen zu spüren. Im Gegenteil: Viele der weltweit wichtigsten Aktienindizes bewegen sich nahe oder auf Rekordhochs. Gleichzeitig ist der Absicherungsbedarf der Investoren hoch, der Goldpreis befindet sich in einem dynamischen Aufwärtstrend. Wie werden sich die Assetklassen 2026 entwickeln und welche Implikationen hat das für unser Portfolio zum Jahresanfang?
In Zusammenarbeit mit der Fondsplattform von Drescher & Cie. haben wir die Key View in diesem Quartal als Podcast für Sie aufbereitet. Im Interview mit Paul Barthels werfe ich einen Blick auf die verschiedenen Assetklassen und analysiere die Chancen und Risiken für die Finanzmärkte in den kommenden 12 Monaten. Also egal, ob unterwegs im Auto oder Zug, im Fitnessstudio beim Workout oder ganz entspannt im Büro oder zu Hause: abrufbar auch auf Spotify, Apple Music und überall, wo es Podcasts gibt. Gute Unterhaltung mit den „Fondsgedanken“!
https://diefondsplattform.de/podcasts/detail/was-duerfen-wir-vom-boersenjahr-2026-erwarten
Kurz & knapp vorab:
In der neuen multipolaren Weltordnung sichern sich Machtzentren wie Russland, China und die USA ihren Einfluss auf ihren „Hinterhöfen“, wie jüngst in Venezuela, wobei die Finanzmärkte mit den so lokal begrenzten Konflikten gut umgehen können.
Favorit bleibt weiterhin der US-Aktienmarkt aufgrund des starken Produktivitäts- und damit auch Gewinnwachstums der Unternehmen, das unter dem Strich eben zu keinen zu hohen Bewertungen geführt hat, wie die Diskussionen über eine Blase suggerieren.
In Europa ist das Bild etwas anders: Einer geringen Gewinndynamik stehen nicht mehr so günstige Bewertungen gegenüber, hier ist noch stärker Aktienselektion gefragt.
Asien, hier insbesondere China, bleibt ebenfalls interessant. Im Technologiesektor entsteht Konkurrenz, die noch zu günstigen Kursen zu haben ist.
Vom Anleihemarkt sind auch 2026 keine großen Renditen zu erwarten. Zwar rechnen wir noch mit Zinssenkungen in den USA und der Eurozone, aber das steigende Angebot durch hohe Schuldenberge begrenzt das dadurch mögliche Performance-Potenzial.
Im Gold ist der langfristige Aufwärtstrend intakt, während wir vom US-Dollar eine Fortsetzung des Seitwärtstrends erwarten.