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Rentenmärkte kommen nicht zur Ruhe …und bedrohen auch die Aktienmarktrally

Es sind wieder Horrortage für die globalen Rentenmärkte – und es ist kein Ende in Sicht. Zum einen steigen die Renditen wegen der deutlich anziehenden Verbraucher- und Erzeugerpreisdaten im Zuge des Irankrieges. Die weiterhin ausbleibende Perspektive für eine Öffnung der Straße von Hormus lässt den Ölpreis jetzt auch in den Kontrakten für den Herbst/Winter deutlich anziehen. Damit verpufft die Hoffnung auf ein „Durchschauen der Notenbanken durch den Inflationsspike“ und folglich preist der Markt überall weitere Zinserhöhungen ein. Zum anderen belasten viele länderspezifische Entwicklungen die Anleihenmärkte

  • In Großbritannien treibt die politische Krise um Premier Starmer die Anleiherenditen auf neue Höchststände, zehnjährige Gilts liegen jetzt bei knapp 5,2%, 30-jährige Gilts bei fast 6%.
  • In Japan gerät der JGB-Markt zusehends außer Kontrolle. Der schwache Yen und die hohe Energieimportabhängigkeit des Landes lassen PPI- und CPI-Zahlen explodieren. Die BoJ tut sich schwer, die Zinsen zu erhöhen, und ist gespalten, was das letzte Votum im April mit 6-3-3 zeigt. Dies schafft wenig Vertrauen, hält den Yen schwach und treibt sowohl Importpreise als auch Bondrenditen weiter hoch.
  • Den USA gehen die internationalen Bondanleger aus, nicht nur aufgrund der politischen Unsicherheiten. Für japanische Bondinvestoren lohnt sich der Carry-Trade in US-Treasuries nicht mehr, da er mit den höheren JGB-Renditen in Verbindung mit den Hedging-Kosten nicht mehr aufgeht.
  • Deutschland drohen mit den Wahlen im September in den neuen Bundesländern und Frankreich mit der Präsidentschaftswahl 2027 politische Krisen und neue Schulden. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren mit gut 3,1%, wir sehen die 3,5%-Marke für den Herbst als realistisch an.
  • Zudem ist für die globalen Staatsanleihenmärkte zunehmende Konkurrenz von Big Tech ein Problem, da hier riesige Anleiheemissionen mit gutem Rating Staatsanleihen verdrängen. Warum sollte man desolaten Staaten wie Großbritannien und Deutschland Geld leihen, wenn man von hochprofitablen Mega-Konzernen wie Alphabet mit AA+-Rating höhere Renditen erhalten kann? In Japan war heute Nacht die Emission von Alphabets Mega-Emission von 3,6 Milliarden US-Dollar – die größte Auslandsemission der Geschichte – ein deutlicher Belastungsfaktor für JGBs.

    Wir bleiben bei unserer Empfehlung, lange Laufzeiten zu meiden, und der MainSky Macro Allocation Fund hält aktuell Short-Positionen in Gilts und Bunds. Zudem besteht die Gefahr, dass der Renditedruck perspektivisch die Aktienmärkte belastet. Gerade Titel mit hoher Verschuldung und schwacher Bilanzqualität gilt es zu meiden. Auch bei vielen Technologieaktien, die im Rahmen der KI-FOMO-Rally in den vergangenen Wochen explodiert sind, ist es Zeit für Gewinnmitnahmen. Aktien mit sehr hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen stehen zumindest aktuell auf unserer Verkaufsliste.

Dr. Eckhard Schulte

Fondsmanager

Seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn im Jahr 1996 beschäftigt er sich mit makroökonomischen Analysen und den Rentenmärkten.

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