Das Kernproblem Chinas ist weiterhin das hohe Überangebot, das zum einen wegen der Subventionspolitik der Regierung und zum anderen wegen einer schwachen Inlandsnachfrage entsteht. Dies erzeugt starke disinflationäre Tendenzen, zu allem Überfluss steigen in China wegen der Spannungen im Nahen Osten auch die Produzentenpreise, was die Margen der Unternehmen unter Druck setzt. Somit hagelt es schwache Unternehmensergebnisse, zuletzt Baidu, davor Xiaomi, Alibaba, Tencent und BYD.
Trotz dieser Tristesse gibt es attraktive Investitionsmöglichkeiten:
Aktien: Hier ist der staatlich protegierte KI- und Technologiesektor interessant, da dieser von den Bestrebungen der Administration profitiert, die Lücke gegenüber den USA zu schließen, und ein weitgehendes Eigenleben losgelöst von den Fundamentaldaten führt. Dass das funktioniert, zeigt der STAR-50-Index (investierbar über den KraneShares Star-50-Index-ETF), der dem Gesamtmarkt trotzt und YTD mit 40 Prozent im Plus liegt. Der breite, nicht staatlich geförderte Gesamtmarkt, abgebildet durch den MSCI China, ist hingegen unbedingt zu meiden. Er spiegelt die ungeschminkte wirtschaftliche Realität wider und wird zwischen dem Überangebot, der Nachfrageschwäche und dem massiven Margendruck der klassischen Industrien sowie der großen Consumer-Tech-Konzerne aufgerieben.
Renten: Die Deflationstendenzen in China können über Long-Positionen in chinesischen Staatsanleihen gespielt werden. Der iShares China Gov. Bond-ETF kommt mit einer Duration von ca. 5,5 Jahren auf ein YTD-Plus von über sechs Prozent. Somit bleibt immerhin noch ein globaler Rentenmarkt, der attraktiv ist.