Mit seiner Absage an eigene Zinsprojektionen macht Warsh deutlich, dass er davon wenig hält. Auch kürzere Pressekonferenzen und insgesamt weniger Kommunikation passen in dieses Bild. Besonders spannend dürften die Ergebnisse der angekündigten Taskforces werden, die bis Jahresende Vorschläge zur künftigen Rolle der Fed-Bilanz vorlegen sollen. Konsequent zu Ende gedacht bedeutet dieser Ansatz auch das Ende des sogenannten „Fed-Put“.
“Bis zum Herbst dürfte es keine Zinsänderung geben. Danach wird neu bewertet werden müssen. Angesichts seines klaren Bekenntnisses zum Inflationsziel von zwei Prozent sind die Chancen auf eine Zinssenkung zum Jahresende allerdings eher gering.”
Die Ironie der Geschichte: Warsh steht wie kaum ein anderer für das Gegenteil einer stärkeren politischen Einflussnahme auf die Fed. Die vielen Diskussionen und Analysen über ein mögliches Ende der Unabhängigkeit der US-Notenbank wirken nach der gestrigen Pressekonferenz weitgehend gegenstandslos.